Studienplatzvergabe über Hochschulstart

Die Vergabe der Erstsemesterplätze an den staatlichen Universitäten erfolgt in Deutschland zentral von der Stiftung für Hochschulzulassung über das Portal Hochschulstart über eine Online-Antragstellung (AntOn). Sie wird im Wesentlichen durch drei Quoten bestimmt: Der Abiturbestenquote, der Wartezeitquote  und der Quote im Auswahlverfahren der Hochschulen.

Regelstudiengänge Humanmedizin

Der klassische Regelstudiengang in der Medizin mit der Ausbildung im vorklinischen Teil ohne Patientenkontakt, des Physikums und der Ausbildung am Patienten ab dem 5. Fachsemester wird jährlich zum Wintersemester an folgenden Standorten angeboten:

  • Universität Bonn
  • Universität Duisburg-Essen
  • Universität Düsseldorf
  • Universität Erlangen-Nürnberg
  • Universität Frankfurt
  • Universität Freiburg
  • Universität Gießen
  • Universität Göttingen
  • Universität Greifswald
  • Universität Ulm
  • Universität Würzburg
  • Universität Magdeburg
  • Universität Mainz

  • Universität  Halle-Wittenberg
  • Universität Jena
  • Universität Kiel
  • Universität Leipzig
  • Universität Lübeck
  • Universität Marburg
  • Universität Regensburg
  • Universität Rostock
  • Universität des Saarlandes
  • Universität Tübingen

Modellstudiengänge Humanmedizin

Die neu eingeführten Modellstudiengänge nach § 36 a der Ärzteapprobationsordnung (ÄAppO) basieren auf der Idee, dass Theorie und Praxis in der Ausbildung gleichwertig nebeneinanderstehen und die Studenten bereits frühzeitig an den Patientenkontakt herangeführt werden. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem vierten Semester stattfindet, fällt in den meisten Modellstudiengängen weg. Daneben gibt es viel Unterricht in Kleingruppen, wobei ein Schwerpunkt oftmals die Lerneinheit „Problemorientiertes Lernen (POL)“ ist.

Modellstudiengänge der Medizin werden im Wintersemester an folgenden Universitäten angeboten:

  • Medizinische Hochschule Brandenburg (Private Universität, Direktbewerbung)
  • Charité Universitätsmedizin Berlin
  • Universität Dresden
  • Universität Hannover
  • Universität Bochum
  • Universität Oldenburg
  • Technische Hochschule Aachen
  • Universität Hamburg
  • Universität Köln
  • Universität Witten Herdecke (Private Universität, Direktbewerbung)
  • Universität Heidelberg/Mannheim

Eine Studienplatzklage ist sowohl an Universitäten mit einem Regelstudiengang als auch mit Modellstudiengang möglich. Ihre Fragen zu den Vor- und Nachteilen der beiden Studiengangarten und zu einem möglichen Wechsel aus dem Regelstudiengang zu einer Universität mit Modellstudiengang der Medizin beantworte ich gerne.

Studienangebot Humanmedizin Sommersemester

Das Studienangebot im Sommersemester ist deutlich kleiner. Es sind über Hochschulstart Bewerbungen an folgenden Universitäten möglich:

  • Charité Universitätsmedizin Berlin (Modellstudiengang)
  • Universität Erlangen-Nürnberg
  • Universität Gießen
  • Universität Göttingen
  • Universität Münster
  • Universität Tübingen
  • Universität Erlangen-Nürnberg
  • Universität Würzburg

Bewerbungsfristen

Bewerbungsschluss für die Online-Antragstellung über AntOn ist für das jeweilige Wintersemester der

  • 31.5. für Altabiturienten (Abiturerwerb vor dem 16.1. des laufenden Jahres)
  • 15.7. für Neuabiturienten (Abiturerwerb zwischen 16.1. bis 15.7. des laufenden Jahres)

Im Sommersemester wird bei Hochschulstart nicht zwischen Alt- und Neuabiturienten unterschieden und es gilt die einheitliche Bewerbungsfrist des 15.1. für das jeweilige Jahr.

Achtung: Diese Fristen gelten als Ausschlussfristen und können auch in Ausnahmefällen nicht verlängert werden.

Sofern Sie überlegen, eine Studienplatzklage für ein Medizinstudium im ersten Fachsemester durchzuführen, sollten Ihre Ortsangaben bei Hochschulstart im Vorfeld genau mit mir abgesprochen werden, da Ihre Erfolgschancen der Studienplatzklage hiervon ganz maßgeblich abhängen. Die hierfür notwendige Bewerbungsoptimierung gehört selbstverständlich mit zu meinem Leistungsangebot.

Das Vergabeverfahren

Nach Abzug der Vorabquoten wird die Vergabe der medizinischen Studienplätze im Wesentlichen durch drei Quoten bestimmt: Der Abiturbestenquote (20% der Plätze), der Wartezeitquote (20 % der Plätze) und der Quote im Auswahlverfahren der Hochschulen („AdH-Verfahren“, 60 % der Plätze).

Abiturbestenquote und Numerus Clausus

Der Numerus Clausus (NC) ist in der Medizin der entscheidende Faktor für eine Zulassung über die Abiturbestenquote. Er zeigt an, welchen Notendurchschnitt Sie mindestens erreicht haben müssen, um im jeweiligen Semester einen Studienplatz über diese Quote zu erhalten.

Der NC in der Humanmedizin wird in jedem Jahr und für jedes Bundesland aus der Anzahl der Bewerber, der erreichten Abiturdurchschnittsnoten und den verfügbaren Studienplätzen neu errechnet. Es gibt also keinen festen Numerus Clausus, sondern er ist vielmehr in jedem Jahr und in jedem Bundesland verschieden.

Im Wintersemester 2017/2018 musste man mindestens den Notendurchschnitt 1,1 erreichen, um über die Abiturbestenquote zugelassen zu werden. Im Sommersemester 2016 bestanden zumindest noch Chancen mit einem Abiturdurchschnitt von 1,4.

In der Abiturbestenquote können Sie bis zu sechs Wunschstudienorte angeben.

Wartezeit Humanmedizin

Aktuell werden noch  20 % der Studienplätze über die Anzahl der Wartesemester vergeben. Im Wintersemester 2017/2018 konnten Bewerber mit 15 oder mehr Wartesemestern in der Humanmedizin zugelassen werden. Bewerber mit 14 Wartesemestern konnten noch bis zu einer Abiturnote von 2,6 für Humanmedizin einen Studienplatz erhalten.

Das aktuelle NC-Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Humanmedizin vom 19.12.2017 – 1 BvL 3/14 u. 4/14  wird jedoch ab dem Jahr 2020 für Änderungen in dieser Quote sorgen. Bislang ist noch unklar, wo die Reise hingeht. Die bisherige Platzvergabe über die Wartezeit in der Humanmedizin fällt jedenfalls ab dem SS 2020 weg. Die Verteilungsquoten werden ab diesem Zeitpunkt neu gemischt und die Wartezeitquote von bisher 20 % wird von der neu eingeführten Eignungsquote in der Humanmedizin abgelöst. Über die neue Eignungsquote Medizin werden dann nur noch 10 % der Studienplätze vergeben, d.h. die eigentliche Platzzahl für eine notenunabhängige Platzvergabe in der Medizin verringert sich hierdurch ganz drastisch.

Auch durch die Eignungsquote sollen zukünftig Studienbewerber zum Zuge kommen, welche über die schulnotenabhängige Vergabe keine Chance haben. Welche Kriterien anstelle der Wartezeit in der Medizin dabei eine Rolle spielen, ist bislang noch nicht geklärt. Wahrscheinlich wird hier unter anderem auf eine bereits erworbene Berufserfahrung abgestellt werden. Die genauen Kriterien werden wir wohl frühestens im Herbst 2019 erfahren. Während einer Übergangszeit von zwei Jahren werden die bisher erworbenen Wartesemester für das Medizinstudium bei der Vergabe zumindest noch anteilig berücksichtigt. Derzeit ist noch unklar, in welcher Gewichtung diese anteilige Berücksichtigung erfolgen wird. Fest steht, dass neben der Wartezeit auch noch weitere Punkte berücksichtigt werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das unter anderem eine einschlägige Berufserfahrung sein.

Sobald die konkreten Neuregelungen für die Platzvergabe in der Medizin nach Wegfall der Wartezeit vorliegen, werde ich auf jeden Fall genau überprüfen, ob die Studenten, die nach der alten Regelung noch eine Wartezeitzulassung in der Humanmedizin erhalten hätten, diese Zulassung nicht doch noch gerichtlich erwirken können. Die ersten Verfahren dazu werden also voraussichtlich zum Sommersemester 2020 geführt werden können.

Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Im Auswahlverfahren der Hochschulen stehen Ihnen sechs mögliche Ortsangaben zur Verfügung. Bei den entsprechenden Ortsangaben ist es primär wichtig herauszufinden, an welchen Hochschulen das konkrete Auswahlverfahren einen Vorteil für Sie bietet. So gut wie jede Hochschule hat mittlerweile ein eigenes Auswahlverfahren mit unterschiedlichen Kriterien. An einigen Hochschulen werden die Studenten rein über die Abiturdurchschnittsnote ausgewählt, manche Hochschulen berücksichtigen Ihr Ergebnis im TMS, manche führen Auswahlgespräche durch, manche gewichten besondere Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern, andere berücksichtigen Zusatzkriterien wie eine entsprechende Berufsausbildung oder einen Freiwilligendienst.

Zu den entsprechenden Erfolgsaussichten Ihrer Bewerbung berate ich Sie gerne.

Im Rahmen der Studienplatzklage ist es zudem an manchen Universitäten erforderlich, dass Sie die entsprechende Universität zuvor im Auswahlverfahren der Hochschulen auch tatsächlich angegeben haben. Ansonsten ist eine Klage unzulässig. Aus diesem Grund hängen die Erfolgsaussichten Ihrer Erstsemesterklage ganz maßgeblich von den konkreten Angaben im AdH-Verfahren ab. Die entsprechende Beratung und Bewerbungsoptimierung übernehme ich natürlich ebenfalls gerne für Sie.

Sonderanträge

Durch die Einreichung eines begründeten Sonderantrages (Härtefälle und Nachteilsausgleich) bei Hochschulstart können Sie Ihre Zulassungschancen enorm verbessern. Ich beraten Sie gerne zur Frage, ob wir in Ihrem Fall mit einem entsprechenden Antrag arbeiten können und helfe Ihnen bei der Zusammenstellung der notwendigen Gutachten und Unterlagen.

Härtefälle

Bei einer Anerkennung als Härtefall erfolgt Ihre direkte Zulassung zum Medizinstudium. Hierfür hält Hochschulstart eine Vorabquote von 2% der Plätze frei. Als klassischer Härtefall gilt eine erhebliche krankheitsbedingte Einschränkung.

Nachteilsausgleich

Ein Antrag auf Nachteilsausgleich in der Medizin kann zum einen im Rahmen der Abiturbestenquote, zum anderen im Rahmen der Wartezeitquote berücksichtigt werden.

Sofern Sie beispielsweise durch eine schwere Erkrankung dahin gehindert wurden, eine bessere Abiturnote zu erreichen, können wir mit der Stellung eines entsprechenden Antrages versuchen, Ihren Notendurchschnitt wieder anzuheben. Dabei sind der Nachweis der Krankheit und der Nachweis, wie sich die Krankheit konkret auf Ihre Durchschnittsnote ausgewirkt hat, zu erbringen. Hierfür müssen im Regelfall amtlich beglaubigte Kopien und entsprechende fachärztliche Gutachten beigebracht werden, wozu ich Sie gerne berate.

Auch falls sich der Erwerb Ihres Abiturs aufgrund einer Krankheit verzögert hat, ist ein Antrag auf Nachteilsausgleich denkbar. In diesen Fällen wird bei der Auswahl nach Wartezeit ein früherer Zeitpunkt des Abiturerwerbs zugrunde gelegt. Sie nehmen dann also an der Auswahl mit der Wartezeit teil, die Sie voraussichtlich ohne die entsprechende Verzögerung erreicht hätten. Auch hierzu berate ich Sie gerne.

Vorabquoten

Maximal 5 % der Studienplätze werden von Hochschulstart an ausländische Studienbewerber vergeben. Hierunter fallen alle Bewerber, die den deutschen Bewerbern nicht gleichgestellt sind, also Bewerber, die nicht aus EU-Ländern, Liechtenstein, Norwegen oder Island kommen und Ausländer und Staatenlose, die keine deutsche Hochschulzugangsberechtigung erworben haben. Diese ausländischen Studienbewerber müssen sich direkt bei den Hochschulen bewerben, eine Bewerbung über Hochschulstart ist unzulässig.

Weitere 2 % der Studienplätze werden an Härtefälle vergeben. Ein Härtefall liegt vor, wenn aus familiären oder sozialen Gründen eine sofortige Aufnahme des Studiums erforderlich ist.

Weitere 3 % der Studienplätze werden an Zweitstudienbewerber der Medizin vergeben. Wer bereits ein Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen hat und danach noch Medizin studieren möchte, gilt formal als Zweitstudienbewerber. Bei der Platzvergabe gibt es ein Punktesystem, auf die Abiturnote kommt es dabei nicht an.

Die restlichen Studienplätze in der Vorabquote gehen an Bewerber mit besonderer Hochschulzugangsberechtigung und an Sanitätsoffiziere der Bundeswehr.

Zu Ihren Möglichkeiten, sich bei Hochschulstart als Ausländer, Härtefall oder Zweitstudienbewerber zu bewerben, berate ich Sie gerne. Eine Studienplatzklage ist übrigens auch für Zweitstudienplatzbewerber und Härtefälle unproblematisch möglich. Als Ausländer haben Sie leider etwas eingeschränkte Klagemöglichkeiten. Aber auch hier finde ich im Regelfall eine gute Lösung für meine Mandanten.

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