Ein Medizinstudium im Ausland ist für viele mit Studienwunsch Medizin ein gangbarer Weg, um lange Wartezeiten auf einen Medizinstudienplatz in Deutschland zu umgehen.

In vielen Fällen ist das auch gut möglich und sinnvoll, da oftmals Studienleistungen aus dem Ausland im deutschen Medizinstudium anerkannt werden. So ist es möglich, nach einem Teil des Studiums z.B. in ein höheres Fachsemester an einer deutschen medizinischen Fakultät „einzusteigen“ oder sogar mit einem abgeschlossenen Medizinstudium aus dem Ausland eine Approbation in Deutschland zu erhalten.

Wer sein Medizinstudium im Ausland beginnen oder absolvieren will, sollte sich zuvor allerdings gründlich informieren und beraten lassen, ob das geplante Studium im Ausland wirklich anerkannt wird. Denn die Anerkennung wird je nach Studienland sehr unterschiedlich gehandhabt und neue Studienmodelle – wie derzeit z.B. ein „Online-Medizinstudium“ auf Malta – werden derzeit noch überhaupt nicht anerkannt bzw. Studienleistungen nicht angerechnet.

Neues „Online-Medizinstudium“ auf Malta

Da Medizinstudienplätze nicht nur in Deutschland knapp sind, gibt es seit diesem Jahr ein besonderes Angebot einer privaten Online-Hochschule auf Malta in Kooperation mit dem Helios-Konzern:

Die Digital Education Holdings (DEH) auf Malta will ab diesem Sommer unter Beweis stellen, dass ein Medizinstudium auch online bzw. digital möglich ist. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie und damit verbundenen Einschränkungen im „normalen“ Hochschulbetrieb klingt das für viele spannend, für die der Weg zu einem normalen Medizinstudium im Inland oder Ausland beschwerlich wäre.

Das Studienmodell sieht derzeit virtuelle, englischsprachige Vorlesungen vor. Die praktische Ausbildung findet im Krankenhaus statt, wobei die DEH hierfür in Deutschland im Rahmen einer Partnerschaft auf Kliniken des Helios-Konzerns zugreift. Das Studium besteht aus einem Bachelor-Studiengang (3 Jahre) und einem anschließenden Masterstudiengang (2 Jahre) und wird mit dem „Master of Medicine“ abgeschlossen. Der Abschluss ist jedoch (Stand Juni 2020) nach der Berufsanerkennungsrichtlinie noch nicht für eine Approbation in Deutschland anerkannt. Ob eine solche Akkreditierung erfolgt, bleibt abzuwarten.

Anerkennung von Studienleistungen im Online-Studium fraglich

Grundsätzlich erscheint es – vor allem im Hinblick auf die aktuelle Studiensituation in der Corona-Krise – nicht abwegig, dass künftig auch ein Medizinstudium stärker über Online-Angebote der Universitäten bzw. medizinischen Fakultäten abgewickelt wird. Es zeigt sich ja aktuell, dass es durchaus möglich ist, Präsenzveranstaltungen zu Online-Vorlesungen umzuwandeln.

Allerdings bestehen beispielhaft beim Studienmodell der DEH Zweifel der Bundesärztekammer und der Deutsche Hochschulmedizin, ob das konkrete Studienangebot zum Berufsziel „Arzt“ ausbilden kann. Denn einerseits sind offenbar zahlreiche Fragen im Hinblick auf Qualität und Ausgestaltung des Studiums nicht abschließend geklärt, andererseits fehlt der DEH die Zulassung als Universität.

Möglichkeiten Auslandsstudium genau prüfen (lassen)

Das neue Studienangebot beispielsweise in Malta führt aktuell – anders als beispielsweise ein Medizinstudium in Ungarn, Tschechien, Lettland oder Bulgarien – zu keiner automatischen Anerkennung der Approbation durch deutsche Behörden.

In Anbetracht dieser Tatsache sollten sich Studieninteressierte im Fachbereich Medizin gründlich über mögliche Alternativen für ein Medizinstudium in Deutschland oder im Ausland informieren bzw. beraten lassen. Denn neben dem Risiko der Nichtanerkennung von Studienleistungen ist an dieser Hochschule beispielsweise eine jährliche Studiengebühr von 20.000 Euro zu entrichten. Über Studienplatzklagen ist oftmals noch ein Einstieg in das Medizinstudium an einer deutschen Fakultät möglich, ein anerkanntes Medizinstudium im Ausland kann „Leerlauf“ mehr als sinnvoll vermeiden.

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Planen Sie ein Medizinstudium im Ausland oder haben Sie Fragen zur Anerkennung Ihrer Ausbildung bzw. Approbation in Deutschland? Ich beantworte gerne Ihre Fragen! Sie erreichen mich telefonisch unter 0221 1680 6590 oder per E-Mail an info@die-hochschulanwaeltin.de.